Copyright Tina Krahmann-Meinecke, Deutschland, 38533 Vordorf
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

100-Jahre Freiwillige Feuerwehr Vordorf:

 

 

Im Jubiläumsjahr 2005 verzeichnete die Freiwillige Feuerwehr Vordorf, an der Spitze Ortsbrandmeister Manfred Kruse und Klaus Engeler als Stellvertreter, 55 aktive, 26 passive, 162 fördernde und 17 jugendliche Mitglieder.

 

Es war einmal ein Vorsteher Namens Heinrich Bosse, der am 01 .11.1905 eine Sitzung anberaumte und dabei der Grundstein für unser heutiges Fest gelegt wurde: Vordorf hatte nun eine Freiwillige Feuerwehr. Erster Hauptmann wurde Ernst Reinecke. Wie war eigentlich die Ausrüstung in den Jahren der Feuererzeugenden Geräte? Sie war einfach, wurde aber von den Gemeinden bereits übernommen. Auf einer Korpsversammlung, die bereits 10 Tage nach der Gründung stattfand, entschloss man eine zweite Garnitur Röcke anzuschaffen. Der Rechnungsbetrag betrug damals 178,70 Mark, pro Garnitur 5,76 1/2 Mark. Da eine so hohe Summe nicht in der Feuerwehrkasse war, gab der damalige Schriftführer und Stellvertreter des ersten Hauptmanns, Heinrich Harke einen Vorschuss von 80 Mark, dieser musste aber bereits mit 4 % verzinst werden. In dem Gründungsjahrzehnt ist nicht besonders viel angefallen, außer:

  • ab 1906 wurde die Wehr zu Bränden eingesetzt, der Erste war auf dem Schreiberschen Grundstück (jetzt Otto Kruse)
  • es gab aber auch schon Waldbrände 1907 und Einsätze in Rethen, Eickhorst, Meine und Vordorf.
  • 1908 erneute Brandeinsätze in Rethen und Meine, wo man die heimischen Wehren unterstützte. Auch in Vordorf brannte es in diesem Jahr, einmal das Frankesche Haus und dann das Bartelsche Haus (heute Otto Rolfs), welches Dank der Steigerabteilung gerettet werden konnte.

 

Nach den ersten 8 Jahren legten die beiden Wehrführer ihr Amt nieder. Als Hauptmann wurde Heinrich Bosse, als dessen Stellvertreter Ernst Bosse gewählt. Man wurde 1913 auch zu einem Strohdiemenbrand alarmiert. In der Zeit des ersten Weltkrieges übernahm Vorsteher Lütge die Leitung der Wehr. Zwei Kameraden kehrten aus dem Krieg nicht zurück.
 

In den nachfolgenden Jahren wurde unsere Wehr zu Brandeinsätzen gerufen, wie 1921 nach Meine zur Unterstützung. 1923 übernahm Ernst Bosse die Führung der Wehr, Kamerad Werthmann unterstütze ihn. Auch Bier wurde auf Versammlungen bereits zu dieser Zeit getrunken und das Fass kostete immerhin 65.000 Mark. Mitgliedsbeitrag erhob man auch schon: 10 Mark pro Monat. 1925 mussten im Ort zwei Schornsteinbrände bekämpft werden sowie 1927. 1928 eilte man den Wehren Rethen und Abbesbüttel zur Hilfe. Des Weiteren wurde ein Stosstrupp gewählt, ausgerüstet mit einem Minimax „heute Handfeuerlöscher“. Die auserwählten waren:

  • Heinrich Otte mit seinem Minimax,
  • August Reinecke mit dem Minimax von Heinrich Höper, Otto Ebelin mit dem Minimax von Erst Bosse

1929 bekam die Wehr ihre erste Motorspritze, welche in den Jahren 1932 und 1933 bei Bränden in Adenbüttel und Meine eingesetzt wurde. 1933 richtete Vordorf das Verbandsfest aus, wo 32 Wehren und Vereine am Festumzug teilnahmen.

  • 1934 Scheunenbrand bei Ernst Lütge, mit Hilfe der Meiner Wehr konnte ein übergreifen auf die anderen Gebäude verhindert werden.
  • 1936 unterstützen wir die Meiner Wehr bei einem Brand
  • 1938 gab es einen erneuten Führungswechsel, Heinrich Otte und Ernst Lütge.

 

Wir schwenken über in die 40iger, was in diesem Jahrzehnt so passierte erzählen wir Euch nun:

 

  • 1941 Scheunenbrand Ernst Lütge. Vernichtung der Erntevorräte, trotz Unterstützung der Nachbarwehren Meine, Rethen und Abbesbüttel. Es konnte aber immerhin eine Ausdehnung des Feuers verhindert werden.
  • Während der Kriegszeit mussten wegen eventueller Luftangriffe glänzende Teile an den Uniformen geschwärzt bzw. entfernt werden.
  • Durch Luftangriffe brannten die Höfe auf dem Eickenhof in Eickhorst.

Mit Motor- und Handspritze wurde man zum löschen gerufen.

  • 1947 hatte unsere Motorspritze einen Dauerbelastungstest, sie lief zwei Nächte und einen Tag, um das Hochwasser vom Grundstück Herbert Hinze fern zu halten. Wir würden sagen, Test bestanden.
  • Zur Einsatzunterstützung fuhren wir zu einem Brand nach Meine.

Die 40iger endeten mit einem Kommandowechsel, die Kameraden Heinrich Otte und Ernst Lütge gaben ihre Posten an die Kameraden Robert Poppe und Otto Fricke ab. Eine Neugliederung der Wehr stand auch noch an.

 

Kommen wir zu den 50igern:

Immerhin hatte die Wehr in dem Zeitraum von 1952 bis 1955 einen Zuwachs von 21 jungen Kameraden. Auch das 50 jährige Bestehen wurde 1955 bereits über drei Tage gefeiert. Ja ja die Zeiten, wo es Belohnungen von den Brandkassen für schnelles Erscheinen bei Bränden gab, sowie es 1955 in Rethen war, sind wohl auch im Zuge des engen Haushaltsetars mal gewesen, aber nicht die Einsätze, die waren noch vorhanden:

  • Oktober 1958 Brand in Eickhorst bei Isermeyer
  • 1959 Brand der Mietwohnung von W.W. Fette
  • Na habt Ihr gut aufgepasst? Es gab in diesem Jahrzehnt keinen Führungswechsel.

 

Schon sind wir in den 60igern:

Auch 1963 gab es schon Schuppenbrände, wie bei Gerhard Benke. Dank der erfahrenen Kameraden konnte der Brand aber schnell gelöscht werden.

1964 muss das Jahr der Wehr gewesen sein. Es gab nicht nur 10 Neuaufnahmen von Kameraden, die unsere Wehr verjüngten, NEIN, es gab am 25.04.1964 auch noch von der Gemeine ein TSF-T! Was für ein Gefühl bei den Kameraden.

 

So nun lasst uns mal sehen, was hier in der Vordorfer Wehr noch alles in den wilden 60gern passierte:

  • 1967 legte Robert Poppe aus Altersgründen seinen Posten nieder. Er hatte die Aufgabe, beginnend in der schweren Nachkriegszeit und 20 Jahre weiter, die Wehr anzuführen.
  • Auch damals gab es schon würdige Feierstunden, denn in einer solchen wurde Robert Poppe zum Ehrenbrandmeister vom damaligen Kreisbrandmeister ernannt und mit dem Feuerwehrkreuz 2. Stufe ausgezeichnet.
  • Einen neuen Ortsbrandmeister gab es auch noch in diesem Jahr, dies wurde Heinrich Lütge. Sein Stellvertreter wurde Günther Brandes. 1967 war ein richtiges Ereignisjahr: Es gab für die Wehr eine Sirene. Diese wurde 1968 gleich zweimal ausprobiert: bei einem Stoppelfeldbrand und bei Hochwasser. Also alles das, was es heute auch noch gibt.
  • 1969 wieder Hochwasser und der Viehstall des Landwirtes Walther Fette brannte. Und jetzt hört genau zu: 6 Minuten nach der Alarmierung konnte aus allen drei Rohren Wasser gegeben werden. An wem oder was das wohl lag?!

 

Die 70iger fingen nicht so gut an, am 26.02.71 mussten wir uns von unserem Ortsbrandmeister Heinrich Lütge durch seinen plötzlichen Tod verabschieden, sein Amt übernahm Ernst Dey. Sein Stellvertreter wurde Karl Engeler. Die Wehr bekam das neue Gerätehaus an der Schule übergeben und eine neue Motorspritze wurde auch noch angeschafft. Mein Gott ging es den Gemeinden in den 70igern noch gut.

1972 wurde das neue Fahrzeug in den Dienst gestellt. UNSER FORD!!!

Im selben Monat brannte der Schweinestall von Ernst Reinecke. Und jetzt kommt das eigentliche Highlight der 70ger. 1974 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet. Als erster Jugendwart übernahm kein anderer als unserer heutiger Ortsbrandmeister Manfred Kruse das Amt. 1975 leistete unsere Wehr 1000 Dienststunden bei den Brandkatastrophen. Wir verlassen die 70iger Jahre mit Kleinbränden und Hilfeleistungseinsätzen.

 

In unserer Feuerwehr scheint es in jedem Jahrzehnt ein Highlight gegeben zu haben. Unser 75 jähriges Jubiläum feierten wir vom 05. bis 07.09.80. Zu einem Einsatz nach Eickhorst rief man uns auch im Jubiläumsjahr, als wir vor Ort waren, war das Feuer bereits unter Kontrolle. Auch 1982 und 83 hatte die Wehr Einsätze, wie z. B.

  • 1982 Blitzeinschlag in Rötgesbüttel
  • 1983 Motorradbrand im Wiesengrund 20 Kameraden von uns und 26 der Meiner Wehr waren vor Ort
  • 1989 wurde ein Brand auf dem Gehöft der Familie Zaubitzer gemeldet. Nach gut drei Stunden hatten wir mit vereinten Kräften der Meiner Wehr das Feuer unter Kontrolle.
  • Führungswechsel gab es in unserer Wehr in diesem Jahrzehnt gleich zwei: 1983 bis 1985 wurde unsere Wehr von Klaus Brandes angeführt und seit 1985 ist Manfred Kruse das Oberhaupt der Wehr.
  • Gemeindewettkämpfe und Übungen wurden bereits 1985 ausgetragen und durchgeführt. Verlassen möchten wir dieses Jahrzehnt mit einem sehr ungewöhnlichen Hilfeleistungseinsatz nämlich das retten einer Katze aus einem Baum mit Unterstützung des Leiterwagens aus Gifhorn.

 

Kommen wir zu den 90igern, da haben wir folgende Ereignisse:

  • durch Spenden und Eigengeld finanzierten wir uns ein MTF, welches uns bis vor ein paar Monaten auch noch treu zur Seite stand.
  • Im März 1990 wurden erstmals Mädchen in die Jugendfeuerwehr aufgenommen. Eine sehr gute Entscheidung !!!
  • An 1992 gibt es eine nicht so erfreuliche Erinnerung: Bei einem Einsatz in der Nacht zum 14.02.92 bei der Familie Güldemeister konnte trotz aller Bemühungen der Wehren Vordorf und Meine sowie eines Notarztes eine Person nur noch tot geborgen werden.
  • 1992 schweißtreibende Arbeitsstunden bei den männlichen Kameraden, der An- und Umbau unseres Gerätehauses unter der organisatorischen Leitung von Fritz Wille stand an und wurde mit Bravur erledigt.
  • Es kam endlich eine dritte Sirene nach Vordorf diese ertönte am 5.12.1992 das erste Mal.
  • Im Januar 1993 mussten wir uns von unserem super Fahrzeug dem Ford verabschieden. Aus Altersgründen kam er nicht mehr durch den TÜV. Er wurde aber mit einem Einsatz am letzten Tag seines Dienstes würdig verabschiedet.
  • Es gab nun keine Einsatzfahrten mehr, wo Zivilfahrzeuge ein Feuerwehrauto überholen konnten. Im September bekamen wir unser neues Fahrzeug: Das heutige TSF.
  • Schützenfest 1994: Alarm in den frühen Morgenstunden, Schuppenbrand bei Familie Güldemeister. Da hat sich bestimmt der eine oder andere gefragt, ob er überhaupt schon fahren kann. Aber die Unterstützung der Meiner Wehr kam.
  • 1995 richteten wir anlässlich unserer 90 Jahr Feier die Eimerwettkämpfte aus.
  • Auch Feuerpatschen kommen noch zum Einsatz, so bei einem Waldbrand 1996 wo wir auch Unterstützung der Wehren Rötgesbüttel, Meine und Groß Schwülper bekamen, da diese mit Tankern ausgestattet sind.
  • Ja dann hatten wir auch schon das Jahr 1997, wo in der Silvesternacht die Garage von unserem Kameraden Karsten Sielemann brannte. Alles was sich dem Feuer in den Weg stellte wurde vernichtet. Wie immer, Meine kam zur Unterstützung auch bei der klirrenden Kälte.
  • Auch die Ortswehren mit Grundausstattung unterstützen mal unsere Schwerpunktwehr Meine im Jahre 1998 bei einem Gebäudebrand.
  • Unsere JF stand 1999 unter einem sehr gutem Stern: Erfolge über Erfolge Gemeindewettkämpfe: Platz 3
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Bezirkswettkämpfe bis dahin nur von der Terminbekanntgabe erwähnt und nun selber da einen super 17 Platz. Was für ein irres Gefühl!! Dann feierte unsere JF auch mal ein Jubiläum so richtig groß, nämlich ihr 25 Jähriges. Dies fand am 04.09. im Gashaus zur Post statt. Aus diesem Grund haben wir auch den Kreis O-Marsch ausgerichtet.

 

Der Wechsel in das neue Jahrtausend blieb Gott sei dank Ruhig. Aber nun: Wer von Euch kennt den Namen „Wintertraum“? Einige von uns kennen ihn seit dem 30.01.00 2.07 Uhr. Es war eine angesetzte Großübung in Calberlah, hier wurde in einem Tunnel ein Zugunglück nachgestellt.

28.12.00 brannte dann auch mal unser Jugendclub und wir waren mit den Meinern vor Ort.

16.08.01 Stoppelfeldbrand am Ortsausgang Vordorf zur Unterstützung kamen 13 Fahrzeuge aus der Samtgemeinde.

Sommer 2002 es regnete und regnete und so lange bis wir zwei Tage lang die Pumpe im Mühlenweg zum Kellerauspumpen einsetzen mussten.

13.08.03           krasses Gegenteil zum Sommer 02 davor nämlich Hitze, zwei jugendliche Brandstifter und einen Flächenbrand am August Busch dank der Unterstützung der Tanker aus Meine, Rötgesbüttel und Groß Schwülper konnte schlimmeres verhindert werden.

Ein Hilfeleistungseinsatz von schlimmer Art hatten wir am 07.10.03 ein verletzter Bauarbeiter musste mit Hilfe der Gifhorner Wehr über eine Drehleiter geborgen werden.

 

Seit dem ist auch noch nix großartiges oder nennenswertes passiert. Wir hatten auch wie in den letzten Jahrzehnten bereits erwähnt kleinere Brandeinsätze sowie Hilfeleistungseinsätze.

 

 

(QUELLE: Adolf, Christiane, Melanie und Sarah)